• Erdbebenversicherung – so tickt unser Parlament in Bern

Erdbebenversicherung – so tickt unser Parlament in Bern

04.10.2021

Ständerat und Nationalrat haben sich für die Einführung einer «Schweizerischen Erdbebenversicherung mittels System der Eventualverpflichtung» ausgesprochen – gegen den Willen des Bundesrates. Worum geht es genau? Wenn sich ein grosses Erdbeben ereignet, sollen alle Hauseigentümer der Schweiz eine Einmalprämie leisten müssen. 

Es braucht keine gesamtschweizerische Zwangslösung. Dies vor allem nicht für ein Ereignis, das nur alle 500 Jahre eintritt. Der bestehende Erdbebenpool von zwei Milliarden Franken genügt vollumfänglich. 

Es ist davon auszugehen, dass bei einem grösseren Erdbeben mit massiven Schäden die Eidgenossenschaft Unterstützung bieten muss, so wie das in der Schweiz bei massiven Krisen generell der Fall ist. Beispielsweise bei der Finanzkrise mit einem Betrag von 60 Milliarden Franken zur Rettung der systemrelevanten UBS oder bei der Covid-19-Krise mit bisher 93 Milliarden Franken zur Unterstützung der Arbeitnehmer, Erwerbslosen und Unternehmen (ohne die Kosten für die zweite Welle). Zudem bestehen auf dem schweizerischen Versicherungsmarkt bereits heute verschiedene Versicherungsprodukte für das Erdbebenrisiko. Wer dieses Risiko abdecken will, kann das bereits auf freiwilliger Basis tun. 

An Stelle einer Erdbebenversicherung müssen das erdbebensichere Bauen und bauliche Prävention gefördert werden. Aber das Parlament in Bern tickt offenbar anders.   

Ihr Reto Nick, Geschäftsführer HEV Graubünden